Weise Sprüche

Wie wird man Muslim?

Die Weisen unter den Gelehrten sagen:
Man fragte den Gesandten Allahs (Friede sei mit ihm):
„O Gesandter Allahs, wie ist ein Muslim?“

Der Prophet (sallallahu alayhi wa sallam) antwortete:
„Ein Muslim ist jemand mit einem freundlichen Gesicht und wohlwollenden Worten.“

Ein freundliches Auftreten und sanfte Rede spielen eine bedeutende Rolle bei der Verbreitung unserer Religion. Wer diese Eigenschaften nicht besitzt, kann der Religion kaum nützlich sein. Stets freundlich und herzlich zu sein, ist das erste Merkmal eines wahren Muslims. Manche Menschen sind sehr feinfühlig und empfindsam – ein harter Blick genügt, um ihr Herz zu verletzen und sie zu betrüben.


Eine Ameise wollte die Pilgerfahrt (Ḥaǧǧ) antreten. Die Leute fragten sie:
„Wie willst du in diesem Zustand zur Kaaba gelangen?“
Die Ameise antwortete:
„Warum nicht? Wenn ich mich an eine Taube klammere, wird sie fliegen – und ich fliege mit ihr.“

So kann es sein, dass Allahu te‘âlâ uns – obwohl wir nur wie eine Ameise sind – mit einem „fliegenden Vogel“, also einem geliebten Diener, zusammenbringt. Dann finden wir auch die Kaaba, das heißt: Wir finden den Weg zu Allahs Wohlgefallen. Dies ist die schwierigste Aufgabe im Leben.

Wie es auch im Hadīṯ heißt:
„O mein Herr, zeige mir das Rechte als Recht und gewähre mir, ihm zu folgen. Zeige mir das Falsche als falsch und gewähre mir, es zu meiden.“


In dieser vergänglichen Welt, wenn der Mensch an etwas Falsches als wäre es richtig festhält, wird er verbrennen. Und wenn er gegen das Richtige kämpft, als wäre es falsch, ist er verloren. Das Schwierigste auf dieser Welt ist es, das Wahre vom Falschen zu unterscheiden.

Der Verstand des Menschen reicht dazu nicht aus – jemand, der den Weg bereits kennt, muss es ihm zeigen.

Der Prophet (sallallahu alayhi wa sallam) sagte:
„Meine Umma wird sich in 73 Gruppen aufteilen, 72 werden ins Höllenfeuer gehen, nur eine wird gerettet.“ (Tirmiḏī)

Diese 72 Gruppen werden aufgrund ihres fehlerhaften Glaubens (bāṭil ‘aqīda) in die Hölle kommen. Da aber der Prophet sie „meine Umma“ genannt hat, werden sie schließlich wieder daraus hervorgehen. Doch die Gruppe, die ohne den Höllenbrand zu erfahren ins Paradies eingehen wird, ist die Firqa an-Nāǧiya, also die Ahl as-Sunna wa’l-Ǧamā‘a.


Möge Allahu te‘âlâ uns davor bewahren, schutzlos zu sein! Wer die großen Freunde Allahs (awliyā’) nicht kennt, sie nicht liebt und ihrem Weg nicht folgt, ist in großer Gefahr.

Der Islām ist wie ein Baum: Die Wurzel ist der Glaube (Īmān), der Stamm sind die Werke und Anbetungen (‘Ibādāt). Doch das Ziel des Baumes ist seine Frucht. Und die Frucht ist der Taṣawwuf, die Liebe und die Aufrichtigkeit (Iḫlāṣ).

Ohne Baum keine Frucht – man kann keine Kirschen aus der Luft pflücken. Um die Frucht zu genießen, braucht man den Baum. Das Ziel ist zwar die Frucht, aber ohne Baum gibt es keine Frucht. Also ist der fruchttragende Baum das Wertvolle.


Der Gläubige ist der Spiegel des Gläubigen. Wenn ein Muslim einem anderen Muslim sagt: „Du hast diese und jene schlechte Eigenschaft“, dann soll er wissen: Diese Eigenschaft liegt in Wahrheit in ihm selbst – er sieht sie nur im Spiegel.

Zufälliges Lesen vieler Bücher ist gefährlich. Doch das wiederholte Lesen eines richtigen Buches ist von großem Nutzen.